taz - Deutschland | Dienstag, 27. Januar 2009
Nationalismus bei der Handball-WM in Kroatien
Wegen Bürgerprotesten gegen die serbische Fahne ließ der Bürgermeister der Adriastadt Zadar, Zivko Kolega, bei der Handball-WM in Kroatien die Fahnen aller teilnehmenden Nationen abnehmen. Kroatien habe damit eine Chance verspielt, kritisiert die linke die tageszeitung. "Die Flaggen der beteiligten Staaten wegen des Druckes der Bevölkerung abzunehmen ist eine Beleidigung für alle. Und zerstört den Nimbus Kroatiens als Sportnation. Sicherlich, gerade Zadar hat während des Krieges 1991-95 besonders unter den serbischen Truppen gelitten, die Stadtgrenze bildete die Frontlinie. Doch das ist lange her. Und gerade der Sport soll dazu dienen, zur Verständigung der Völker beizutragen. Dies nicht bewusst gemacht zu haben muss man den kroatischen Politikern vorwerfen. Wie kann ein Bürgermeister so handeln - ohne Rückgrat als Gastgeber. Auch aus Zagreb waren nur leise Stimmen der politischen Führung zu hören. Die Angelegenheit ist in Kroatien offenbar kein Skandal erster Ordnung."
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