Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 29. Januar 2009
Zeichen der Vernunft
Die links-liberale Süddeutsche Zeitung sieht in dem russischen Verzicht auf eine Raketenstationierung in Kaliningrad ein Zeichen der Vernunft und des Wandels: "Auf beiden Seiten setzt sich die Ansicht durch, dass es derzeit Wichtigeres gibt, als die aggressive Rhetorik der Vergangenheit fortzusetzen. Bleiern hat sich die Wirtschaftskrise auf Amerika und Russland gelegt, schlechte Zeiten sind das für teure und strategisch fragwürdige Rüstungsprojekte. ... Russland und die USA brauchen einander, das ist die pragmatische Seite des neuen freundlichen Dialogs. Mit dem Wechsel in Washington bietet sich jetzt die Gelegenheit, die Scherben der Bush-Zeit wegzufegen und unbefangen das Verhältnis zu verbessern. Die Konfrontation der letzten Jahre hat viel zerstört und wenig gebracht, das wissen Barack Obama und Dmitrij Medwedjew, die beiden neuen Präsidenten. Hoffentlich werden sie das nicht wieder vergessen, wenn die Wirtschaftskrise einmal vorbei sein wird und Moskaus Machtbewusstsein mit den Ölpreisen erneut steigt."
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