Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 2. Februar 2009
Proteste gegen Putins Wirtschaftspolitik
Zu den Protesten gegen die Wirtschaftspolitik der russischen Regierung schreibt die links-liberale Süddeutsche Zeitung: "Selbstzufrieden haben sich die Russen in den vergangenen Jahren an den sprudelnden Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport berauscht, anstatt die Wirtschaft für die Zukunft zu rüsten und den Mittelstand mit Investitionen zu fördern. Nun muss die Regierung dies unter schlechteren Bedingungen nachholen. Darin liegt allerdings auch eine Chance. Wenn Russland seine Wirtschaft schnell sanieren will, wird es sich stärker als zuletzt dem Ausland öffnen müssen. Die russische Opposition kann von diesem Dilemma des Kremls bislang nicht profitieren. ... Die erste Welle der Demonstrationen hat die Kremlführung also überstanden. Weitere, stärkere Unruhen werden folgen, wenn die Wirtschaftskrise sich weiter verschärft. ... Aber auch dann werden die Proteste dem Präsidenten oder dem Premierminister nichts anhaben können. Deren Unruhe allerdings dürfte weiter steigen. Und mit ihr das Verlangen nach ungebändigter Kontrolle."
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