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Élet és Irodalom - Ungarn | Dienstag, 3. Februar 2009

Ákos Szilágyi über Parallelen zwischen Zaubermärchen und Populismus

In der liberal-intellektuellen Wochenzeitung Élet és Irodalom zieht der Dichter und Essayist, Ákos Szilágyi, Parallelen zwischen dem Zaubermärchen und dem Populismus. "In seinem Buch 'Morphologie des Märchens' kommt Wladimir Propp zu dem Schluss, dass alle Zaubermärchen im Grunde auf folgendes Märchen zurückzuführen seien: Der böse Drache raubt die Prinzessin. ... Auf jeden Fall finden wir auch im populistischen Basismärchen mehr oder minder dieselben Rollen und Funktionen, und auch die Grundgeschichte stimmt überein: der 'Übeltäter' (politischer Gegner oder Feind: die Partei, der Parteiführer, die Nation, das Reich, die Banken, die multinationalen Unternehmen, die Regierung, die Opposition, die böse Welt, der böse Nachbar, der böse Fremde usw.) beraubt (entreißt ihm seine Freiheit, Souveränität, gute Gesinnung, Urheimat, seine Verwandten und Brüder, sein Geld, seinen Lebensmut, seine historische Erinnerung, sein Bewusstsein usw.) das 'Opfer' (die Heimat, das Volk, die Nation, die Rasse, den kleinen Mann, die Bürger, die Bauern, die Arbeitnehmer usw.). Die politische Aufgabe und der politische Held sind gegeben: Das Opfer muss aus den Klauen des Übeltäters befreit werden. Oder anders: Das Zauberinstrument der politischen Macht muss erlangt werden, um den Feind zu besiegen. Hierzu ist freilich nur der befreiende Held fähig."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 3. Februar 2009

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