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La Stampa - Italien | Donnerstag, 5. Februar 2009

Kirche muss sich vor Selbstbezogenheit hüten

Die liberale Tageszeitung La Stampa begrüßt das Einlenken der Kirche im Fall Williamson, kritisiert aber das lange Zögern des Papstes. "Bleibt die Frage, warum der Papst so lange gezögert hat. Wusste er wirklich nichts von [Richard] Williamsons Überzeugungen (wie der Vatikan jetzt vorgibt)? War er schlecht beraten, und von wem? Es entsteht der Verdacht , dass es im Vatikan jemanden gibt, der gerade die dogmatische Starrheit hochschätzt und Gefallen an der Restauration der Liturgie und des traditionellen Kults findet, wogegen alles andere, auch die Leugnung des Holocaust, eine Frage des persönlichen Ermessens ist. Diese Verhaltensweise verrät eine Logik des absoluten Primats der Kircheninstitution, die der Kirche zum Verhängnis werden kann. Vielleicht ist die unangenehme Episode mit Bischof Williamson eine Mahnung an die Kirchenmänner, dass sie sich vor zu viel Selbstbezogenheit hüten müssen. Es ist gut, wenn sie auch auf die Stimmen und die Argumente derjenigen hören, die außerhalb der Kirche stehen."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 5. Februar 2009

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