Gazeta Wyborcza - Polen | Freitag, 6. Februar 2009
Dominoeffekt des "Runden Tisches"
Polen diskutiert derzeit über die Bedeutung des "Runden Tisches", an welchem vor 20 Jahren Vertreter der Opposition und der kommunistischen Diktatur den Systemwechsel in Polen aushandelten. Die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza kommentiert: "Der Tisch hat den ersten Dominostein angestoßen. ... Ohne den Runden Tisch hätte es die Wahlen vom 4. Juni [erste halb-demokratische Wahlen in Polen] und den Sieg der 'Solidarność' [Gewerkschaftsbewegung] nicht gegeben. Es hätte die Regierung Tadeusz Mazowiecki nicht gegeben [erster nichtkommunistischer Ministerpräsident]. Dann fiel die Berliner Mauer, der 'Herbst der Völker' begann, der Ostmitteleuropa die Freiheit gebracht hat. Wir waren die ersten. Die Polen verehren ihre Geschichte, die reich an vergeblichen Hoffnungen und verlorenen Aufständen ist. Die Regierungsseite musste ihren totalitären Dogmatismus brechen. Heute können wir den unblutigen Sieg über die Diktatur feiern. Die Opposition musste das Misstrauen überwinden und das Risiko eines Verlustes an Glaubwürdigkeit auf sich nehmen."
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