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Corriere della Sera - Italien | Dienstag, 10. Februar 2009

Die Wunden bleiben

Zum Tod der Koma-Patientin Eluana Englaro schreibt Claudio Magris in der liberal-konservativen Tageszeitung Corriere della Sera: "Ungelöst ist das Problem des letzten Willens, des so genannten biologischen Testaments, der Patientenverfügung. Im Fall von Eluana Englaro hat die Familie mit gesundem Menschenverstand entschieden. … Es ist dieser gesunde Menschenverstand, der die einzige prekäre Linie bleibt, entlang der man sich bewegen darf. Andernfalls rutscht man in ideologische Abstraktionen oder in ein allumfassendes Sterbehilfe-Konzept ab, das den Anspruch erhebt, die Kriterien der Lebensqualität und das Recht auf Leben und Tod vorzuschreiben. Es bleiben die Wunden, die der Tod denjenigen zugefügt hat, die sie geliebt haben, und die Wunden, die die unwürdige Attacke in ihrem Namen gegen die Grundprinzipien des Staates dem ganzen Land zugefügt hat und der Lebensqualität aller. Auch ein Land kann dazu gezwungen sein, ein Testament zu schreiben."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 10. Februar 2009

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