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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 12. Mai 2006

Tanger und Tahar Ben Jellouns "Partir"

Joseph Hanimann bespricht den neuen Roman "Partir" von Tahar Ben Jelloun und hat sich an dessen Schauplatz Tanger in Marokko umgesehen: Das Buch "tut genau das, was der Deutsch-Iraner Navid Kermani in seiner Wiener Burgtheater-Rede unlängst als Aufgabe der Schriftsteller darstellte: den Migranten, die auf unseren Bildschirmen bald als anonyme Bedrohung, bald als eine Masse erbärmlicher Elendsflüchtlinge erscheinen, individuelle Gesichter und Geschichten zu geben.... Ihre kapitelweise ineinander verflochtenen Geschichten ergeben ein lebendiges Panorama dieser Stadt und ihres Milieus fern aller Schuld- und Opferzuweisung... Tahar Ben Jellouns Roman erhebt das, was sich an der Südgrenze Europas abspielt, zur allegorischen Allgemeinbedeutung und zeigt hinter den konkreten Einzelschicksalen zugleich jene 'andere' Globalisierung der staubigen Schuhe und verkohlten Personalausweise, die in Tanger gerade aufwendig aus dem Stadtbild verdrängt werden soll."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 12. Mai 2006

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