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Der Tagesspiegel - Deutschland | Mittwoch, 25. Februar 2009

Gerd Appenzeller über die europäische Dimension des deutschen Mauerfalls

Die Liberalisierung in Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei habe den Sturz der SED in Deutschland erst möglich gemacht. Dazu schreibt Gerd Appenzeller in der Tageszeitung Der Tagesspiegel: "Die Zahl der Symposien, Vorträge und Ausstellungen wächst im 20. Jahr der Zeitenwende kontinuierlich an - und damit auch die Gefahr der Beschränkung des Erinnerungsfokus auf das deutsche Geschehen. Dem versuchen in europäischen Zusammenhängen denkende Politiker und Historiker entgegenzuwirken. ... Initiativen [in Berlin] wollen den Blick darauf lenken, dass es ohne die Reformprozesse in Polen, Ungarn und der früheren tschechoslowakischen Republik nicht zur Erosion des SED-Regimes gekommen wäre. ... Es mutet wie eine bittere Ironie an, wenn einige der Reformstaaten, ohne die es den Mauerfall wohl nicht gegeben hätte, heute besonders massiv unter der Weltfinanzkrise leiden. Jene Zyniker, die sich Pragmatiker nennen, werden uns nun vermutlich erklären, dass Dankbarkeit keine Kategorie politischen Handelns sei. Es gibt aber beruhigende Anzeichen dafür, dass die deutsche Regierung ihre moralische Verantwortung sieht."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 25. Februar 2009

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