Les Echos - Frankreich | Mittwoch, 17. Mai 2006
Forderungen der EU an Rumänien und Bulgarien
Die Europäische Kommission hat am 16. Mai ihre endgültige Entscheidung über einen Beitritt Bulgariens und Rumäniens auf Oktober verschoben. Bis dahin müssten beide Länder weitere Anstrengungen unternehmen. Die Wirtschaftszeitung sieht darin die "Rückkehr zu einer pedantischen Strenge" der EU. "Die Kandidaten von übermorgen, von der Türkei ganz zu schweigen, werden daraus lernen. Diejenigen, die sich seit Jahren vor einer Verwässerung eines Europas fürchten, das in alle Himmelsrichtungen offen ist, und die fordern, man möge endlich die geografischen Grenzen der Union festlegen, wurden diskret beruhigt. Doch man konnte nicht nur eine Rückkehr zur Vernunft beobachten, zum Wunsch, das von der Union Erreichte zu festigen, um besser voran zu kommen, sondern vor allem einen vorsichtigen Rückzug auf nationale Interessen. Man konnte - unter dem Deckmantel neuen Atem schöpfen zu wollen, nachdem man einen Kraftakt der europäischen Konstruktion vollbracht hat - ein Eingeständnis politischer Ohnmacht und das Fehlen von Projekten erkennen."
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