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La Repubblica - Italien | Dienstag, 3. März 2009

Die Illusion von Demokratie und Marktwirtschaft

Sandro Viola schreibt in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica, dass Europa mit der neuen Ost-West-Spaltung um 20 Jahre zurückgeworfen werden könnte. Schuld daran sei aber nicht nur die Wirtschaftskrise: "Ein klares Warnzeichen, dass die neue Einheit [Europas nach dem Mauerfall] die historischen Unterschiede nicht ausgelöscht hatte, war die Russenfeindlichkeit der ehemaligen Ostblockländer. [Es war] das Misstrauen, die Verdächtigungen, die Furcht vor dem Russland Wladimir Putins. ... Die Finanz- und Wirtschaftskrise reißt die alten Wunden wieder auf. Alles was in den letzten 20 Jahren im Osten als sicher galt - die freie Marktwirtschaft, die ausländischen Investitionen, die Zugehörigkeit zur Europäischen Union, die Demokratie - gerät ins Schwanken. Die Opfer, die gebracht wurden, um der Union beizutreten, scheinen vergebens. Eine dunkle Ahnung, eine Angst macht sich in den Ländern breit, die am meisten von der Rezession betroffen sind. Es ist dieselbe, die Russland nach dem Bankrott 1998 beherrscht hat: es ist illusorisch, sich westlich zu geben, wenn die Geschichte es nicht erlaubt. Die Demokratie und der freie Markt mögen für den Westen geeignet sein, aber im Osten funktionieren sie nicht."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 3. März 2009

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