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La Repubblica - Italien | Montag, 16. März 2009

Ulrich Beck über die Selbstzerstörung Europas

Entweder mehr Europa oder gar kein Europa mehr, lautet das Fazit des Soziologen Ulrich Beck in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Wo bleibt heute der europäische Enthusiasmus des britischen Premiers Winston Churchill, seine prophetische Stimme, die die Europäer daran erinnerte, dass die immer größere nationale Engstirnigkeit nicht nur das europäische Wunder - die Feinde in Nachbarn zu verwandeln - zerstört, sondern am Ende auch Europa selbst? ... Der französische Präsident Nikolas Sarkozy hat in überraschender Übereinstimmung mit dem britischen Premier Gordon Brown die Ausweitung der Kompetenzen der Wirtschaftspolitik der EU vorgeschlagen. Und dennoch ist dieser Vorschlag - und nicht minder überraschend - auf die Ablehnung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel gestoßen. ... Die Wirtschaftskrise hat die peripheren Staaten unvorbereitet erwischt. ... Die (daraus folgende) strukturelle Krise Europas, in die wir geraten sind, wirft mitleidlos die Frage der Existenzberechtigung auf. Was ist und was will Europa sein? ... Trotzdem gibt es immer noch keine gemeinsame Wirtschafts-, Steuer -, Unternehmens- und Sozialpolitik in Europa, um die Konsequenzen der Finanzkrise zu bekämpfen, die den gemeinsamen Markt bedrohen. Und wer dieses 'Mehr' Europa, das historisch notwendig geworden ist, ablehnt und damit allen schadet - ist die Bundeskanzlerin Angela Merkel."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 16. März 2009

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