La Stampa - Italien | Montag, 22. Mai 2006
Italiens Probleme in einer laizistischen EU
Leitartikler Gian Enrico Rusconi prangert die italienische Anomalie in einem Europa der laizistischen Grundwerte an. "Brauchen die italienischen Bürger eine spezifische moralische Schutzinstanz? Bei uns setzt man die Existenz einer 'moralischen Mehrheit' voraus, die durch eine Kirche repräsentiert wird, die sich dazu ermächtigt fühlt, ihre Urteile und Kriterien anderen aufzuerlegen - selbstverständlich zum Wohle aller... Die Union wird sich bald - ganz im Sinne einer universellen Staatsbürgerschaft - Völkern und Kulturen öffnen, die keine Aufklärung und keinen Liberalismus kennen. Der mögliche EU-Beitritt der Türkei zeigt das deutlich... . Dieses Europa wird keine spezielle Religion auf seine Fahnen schreiben. Es wird laizistisch sein, auch wenn es seine christlichen Wurzeln anerkennt."
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