Hospodářské noviny - Tschechien | Donnerstag, 26. März 2009
Auf Klaus kommt es an
Der gestürzte tschechische Premier und derzeitige EU-Ratsvorsitzende Mirek Topolánek hat erstmals offen Tschechiens Präsident Václav Klaus als Drahtzieher in der Regierungskrise bezeichnet. Das Wirtschaftsblatt Hospodářské Noviny meint, dass es auch bei der Lösung der Krise zuerst auf Klaus ankomme: "In kritischen Zeiten - wie oft in der tschechischen Geschichte - hängt alles vom Präsidenten ab. Der Sturz der Regierung ist unter normalen Umständen eine Routineangelegenheit. Die Umstände sind aber nicht normal. Tschechien sitzt der EU in schwerster Krise vor, und es geht um die Reputation des Staates. Ein großer Präsident vom Format [Tomáš Garrigue] Masaryks oder [Václav] Havels würde die Situation mit wenigen Worten beruhigen: 'Bis zum Ende des EU-Vorsitzes ernenne ich keinen neuen Premier.' ... Wie sich Klaus verhalten wird, weiß nur er selbst. Aber vielleicht sollte er sich an den Mai 1997 erinnern: als das Land eine Währungskrise durchlief, hielt Präsident Havel klar am damaligen Premier (Klaus) fest. Und das, obwohl der nicht gerade ein Premier nach seinen Vorstellungen war."
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