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Die Presse - Österreich | Freitag, 27. März 2009

Aufklärung von Vorwürfen ist nicht pietätlos

In Österreich sind alte Akten aufgetaucht, die beweisen sollen, dass der ehemalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk zwischen 1965 und 1969 für den tschechoslowakischen Geheimdienst gearbeitet habe. Die konservative Tageszeitung Die Presse kommentiert den Fall: "Klar, Zilk ist ein Säulenheiliger der österreichischen Innenpolitik, seine Verdienste um die Stadt Wien unbestreitbar. ... Aber es ist nicht unplausibel, dass es da einen dunklen Punkt in seiner Vergangenheit gab. Dem nachzugehen ist nicht pietätlos. Oder hat die SPÖ Angst vor peinlichen Nachrichten während der bevorstehenden Wahlkämpfe? Vielleicht wird in Österreich aber einfach nur mit zweierlei Maß gemessen. Man stelle sich bloß die Aufregung vor, wären bei einem konservativen, gar bei einem rechtspopulistischen Politiker - gleichgültig, ob lebend oder tot - Hinweise auf ein Fehlverhalten, eine mögliche kriminelle Handlung aufgetaucht. Hätten Medien dahinter auch 'Komplott' und Verschwörung vermutet? Oder wäre eine (Vor-)Verurteilungshysterie ausgebrochen? Man darf vermuten: eher Letzteres."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 27. März 2009

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