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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Samstag, 27. Mai 2006

Benedikt XVI. in Polen

Der polnische Schriftsteller Andrej Stasiuk beobachtet, wie fromme Polen sich den deutschen Papst aneignen. Er sei "der erste Deutsche, der in Polen zu einem Helden der Massen werden konnte. Wer vor ihm hätte das geschafft? Beckenbauer? Schumacher? Beate Uhse? Möglich, aber ihre Popularität war auf eine Handvoll Fans beschränkt. Und ihre Erfolge schrieb man eher gesamtdeutschen Nationaleigenschaften zu, als da wären Pünktlichkeit, Solidität und panzerhafte Sturheit bei der Durchsetzung des Zieles. Das waren eher Roboter, konstruiert für ganz konkrete Zwecke. Menschliches hatten sie nicht. Da war nur Effektivität, und diese Eigenschaft genießt bei den Slawen kein besonders hohes Ansehen. Benedikt dagegen präsentiert den Polen das Menschliche in seiner Fülle: Erstens ist er der Erbe von Johannes Paul, zweitens ist er das Oberhaupt aller Katholiken, und drittens kann er noch nicht gut Polnisch. Größe, Bescheidenheit und eine gewisse Unvollkommenheit finden in seiner Person zusammen."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 29. Mai 2006

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