Postimees - Estland | Freitag, 3. April 2009
Auf dem Büchermarkt boomen Biografien
Die Tageszeitung Postimees notiert einen Boom bei Tatsachenbüchern und besonders bei Biografien und fragt nach den Gründen: "Das Niederschreiben von Erinnerungen und Lebensgeschichten steht immer auch in Zusammenhang mit der Moral in der Gesellschaft. Für den Autor stellt sich dabei die Frage, was und wie viel er niederschreiben soll, wenn er schon anfängt zu plaudern. Bei den Memoiren von Politikern ist das verhältnismäßig einfach: Man schildert seine Ansichten zur Geschichte und die damit verbundenen Ereignisse. Aber wie viel ist auf der rein menschlichen Ebene erlaubt? In einer Gesellschaft gibt es immer Dinge, über die gesprochen wird, und Dinge, über die man lieber schweigt, und dazu gehörte traditionell das Privatleben. … Aber im vorigen Jahrhundert ist hier vieles in Bewegung geraten, das Privatleben als solches schwindet, und die Grenzen des Erlaubten verschwimmen - und das hat auch die Literaturgattungen gefördert, die in diesem Bereich operieren."
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