Polska - Polen | Montag, 6. April 2009
Polens Erinnerungsinstitut muss bleiben
Der polnische Premier Donald Tusk will das nationale Erinnerungsinstitut (IPN), in dem die Dokumente der kommunistischen Staatssicherheit (SB) aufbewahrt werden, nun doch nicht auflösen. Tusk hatte diesen Schritt angedroht, weil das IPN dem Nationalhelden Lech Wałęsa vorwirft, er habe mit dem SB zusammengearbeitet. Die Tageszeitung Polska begrüßt die Entscheidung. "Dieser Mangel an Konsequenz zeugt von der politischen Umsicht des Premiers. Donald Tusk behält sich in dieser Angelegenheit weiterhin alle Optionen offen. ... Was würde denn passieren, wenn Tusk das [die Auflösung] in die Tat umsetzen würde, wie seine engsten Mitarbeiter es fordern? ... Interessant, wie hoch dann die Unterstützung für die Regierungspartei wäre. Ein Glück geht Donald Tusk diesen Weg nicht, den ihm unvernünftige Politiker und falsche Freunde weisen. Er kritisiert das IPN zwar hart, doch gibt er ihm im Jahr des 70. Jahrestages des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges und des 20. Jahrestages der Friedlichen Revolution [der Ablösung der Kommunisten in Polen] noch einmal eine Chance. Das ist eine weise Entscheidung."
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