La Repubblica - Italien | Dienstag, 7. April 2009
Zeit für Realismus
Bei einem Erdbeben in der italienischen Gebirgsregion der Abruzzen sind in der Nacht zum Montag mindesten 150 Menschen ums Leben gekommen; 1.500 weitere wurden verletzt, rund 100.000 obdachlos. Die Tageszeitung La Repubblica meint, die Regierung müsse jetzt neue Prioritäten setzen: "In einem schlecht verwalteten Land, das bebt und zusammen mit vielen Leben und Hoffnungen Häuser, Paläste, Krankenhäuser, Kirchen und Schulen zerstört, und wo man noch darauf wartete, dass die Schäden vergangener Erdbeben repariert werden, hat der Anbau eines weiteren Zimmers oder einer Veranda in irgendeiner Villa noch immer Priorität. Das Gelände wird in einer Art konsumiert, die an eine private Plünderung öffentlichen Besitzes grenzt. ... Es ist Zeit für einen nachhaltigen ... Umweltschutz. Angesichts der Katastrophe ist die vielschichtige und parteiübergreifende Masse derer, die das große historische, kulturelle und Naturerbe Erbe Italiens vor dem Egoismus des Einzelnen verteidigen will, aufgefordert, sich mehr denn je sachlichen Herausforderungen zu stellen. Die Ära der alten Ideologien - rot oder grün oder was auch immer - ist überwunden. Es ist Zeit für Realismus."
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