La Vanguardia - Spanien | Mittwoch, 31. Mai 2006
Tahar Ben Jelloun über die Immigration nach Frankreich
Die französische Debatte über Immigration zeigt, schreibt der französisch-marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun, wie sehr sich die Einstellung der Menschen ändern muss. "Immer werden die Immigranten angegriffen, immer wird mit dem Finger auf sie gezeigt und immer werden sie denen zum Fraß vorgeworfen, die ausländerfeindliche Tendenzen haben... Zufällig wurde ein Film [Indigenes] über die Rolle der Soldaten aus Afrika und dem Maghreb [rekrutiert von Frankreich] im zweiten Weltkrieg beim Festival von Cannes gezeigt und die Schauspieler ausgezeichnet... Dasselbe Land, das heute beginnt, sich mit dieser Realität auseinanderzusetzen, applaudiert dem Einwanderungsgesetz von Sarkozy. Es staunt gleichzeitig darüber, dass die Enkel dieser 'Indigenes' in den Banlieues demonstrieren, damit sich das Land ihrer annimmt und sich um ihre Zukunft kümmert. Doch Frankreich ist taub, es weigert sich, seine jüngste Geschichte zu verstehen und Lehren daraus zu ziehen. Es stürzt sich ins Vergessen und meint, so der schon Jahre dauernden Krise zu entkommen."
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