Világgazdaság - Ungarn | Donnerstag, 16. April 2009
Joseph E. Stiglitz über Antworten auf die Wirtschaftskrise
In der Tageszeitung Világgazdaság sucht Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz Antworten auf die Weltwirtschaftskrise: "Die globale Krise verlangt globale Antworten, die Verantwortung indes bleibt auf nationaler Ebene. Die Konjunkturprogramme werden von den Regierungen so ausgearbeitet, dass die positiven Auswirkungen zu Hause spürbar sind, nicht auf internationaler Ebene. Wenn die Länder den Umfang der Stimulierung bestimmen, dann stellen sie dem zu erwartenden Wachstums- und Beschäftigungsschub die damit einhergehenden Budgetlasten entgegen. Im Fall der kleineren Volkswirtschaften wirkt sich die Wirtschaftsbelebung zu einem gewissen Grad auch auf andere Länder aus. Gleichwohl fallen hier die Wirtschaftsbelebungspakete schwächer und schlechter aus als sie eigentlich sein könnten. Deshalb sind auf globaler Ebene aufeinander abgestimmte, koordinierte Pläne notwendig. ... Bei den Entwicklungsländern sehe ich übrigens keinen Bedarf, keynesianische Maßnahmen zu setzen, wie es die Industriestaaten tun. ... Hierzu fehlen ihnen nämlich schlicht und einfach die Mittel. ... Wenn wir eine neue Schuldenkrise verhindern wollen, dann muss ein Großteil des Geldes in Form von Spenden fließen. Besonders schädlich wäre es, den Empfängern von Finanzhilfen monetäre und wirtschaftspolitische Maßnahmen zu oktroyieren, die zu einer Schrumpfung ihrer Volkswirtschaften führen. Eine Deregulierung der Finanzmärkte sollte ebenfalls nicht vorgeschrieben werden, ist sie doch die Wurzel der heutigen Krise."
» zum ganzen Artikel (externer Link, ungarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Wirtschaftspolitik, » Global
Alle verfügbaren Texte von » Joseph E. Stiglitz
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 16. April 2009