Frankfurter Rundschau - Deutschland | Donnerstag, 1. Juni 2006
Regierungskrise in Litauen
Karl Grobe bezeichnet den Rücktritt der litauischen Regierung als "überfällig". "Die im November 2004 gestiftete Koalition war eine Notlösung mit arg begrenzter Haltbarkeitsdauer. Die politische Gruppierung mit dem irreführenden Namen 'Arbeitspartei', ein Geschöpf des windigen Geschäftsmannes Viktoras Uspaskichas, war damals zum allgemeinen Erstaunen und weit verbreiteten Entsetzen als stärkste Partei ins Parlament gewählt worden, Uspaskichas selber aber war wegen der ihn kennzeichnenden schillernden Farben nicht als Premier geeignet... [Der nun zurückgetretene Ministerpräsident Algirdas] Brazauskas, der als KP-Chef die Unabhängigkeit Litauens von der zerfallenden Sowjetunion betrieben hatte und ungemein populär war, ist die tragische Figur dieser Vorgänge; denn der aktuelle Scherbenhaufen von Vilnius ist nun wirklich nicht sein Werk... Die Kooperation mit Uspaskichas hat sein Ansehen beschädigt."
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