Corriere della Sera - Italien | Freitag, 17. April 2009
Nach Tschetschenien sind Georgien und die Ukraine dran
Nach dem angekündigten Ende des russischen Militäreinsatzes in Tschetschenien fürchtet André Glucksmann in der liberal-konservativen Tageszeitung Corriere della Sera, dass sich Moskau nun andere Ziele suchen werde: "Die Macht [in Tschetschenien] ist in der Hand der Polizeidienste ... und der Geheimdienste, die gemeinsam von Russen und Tschetschenen kontrolliert werden und dem Präsidenten Ramsan Kadyrow unterstehen, der nicht zögert, seine politischen Gegner umbringen zu lassen. ... Europa schaut der Verstärkung der Grenzen eines zunehmend autoritären Staates zu, der von ehemaligen KGB-Agenten gelenkt wird. Das ist bedeutend, nicht nur für Tschetschenien und Russland. ... Wir [Europäer] sind ohnmächtig vor der antidemokratischen Repression der Medien in Russland, vor der zunehmend vertikalen Machtübernahme durch [Ministerpräsident] Wladimir Putin und jetzt vor dem Übergang zu einer noch gefährlicheren Aktion: befreit von der Sorge um Tschetschenien hat der Kreml nun Kraft und Zeit, seine Macht jenseits seiner Grenzen auszuweiten: vor allem in Georgien und in der Ukraine."
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