Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 27. April 2009
Nikolaus Piper über die Rolle des IWF in der Krise
In der Krise sei der Internationale Währungsfonds (IWF) so mächtig wie noch nie, schreibt Nikolaus Piper in der Süddeutschen Zeitung: "Faktisch fungiert der Fonds derzeit als Weltzentralbank, nicht in dem Sinne, dass er für Inflation und Geldmenge verantwortlich wäre, wohl aber als Kreditgeber der letzten Instanz, der das Weltfinanzsystem stützt, wenn alle anderen Sicherungen versagen. Der Aufstieg des IWF zur Zentralinstanz für die internationale Krisenpolitik nützt im Ergebnis der Weltwirtschaft. Die Krise hat, neben vielem anderen, gezeigt, dass eine globalisierte Wirtschaft ohne funktionierende globale Gremien keine Zukunft hat. Die Gruppe der sieben großen Industrieländer (G7) ist für die Aufgabe zu klein, die größere Gruppe der G20 zu heterogen. Wichtig ist jetzt, dass die Reform des Fonds beschleunigt wird. Der Aufstieg der Schwellenländer in den Gremien des IWF, vor allem zu Lasten Europas, kommt jetzt infolge der Krise fast von selbst. Umso wichtiger ist es aber, dass der Fonds auch unter völlig veränderten Bedingungen als Kreditgeber eine erste Adresse bleibt, dass seine Gremien effizienter arbeiten und dass er bei der Finanzierung nicht mehr auf fragwürdige Kompromisse angewiesen ist."
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