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Le Monde - Frankreich | Donnerstag, 8. Juni 2006

Tzvetan Todorov über die 'ruhige Macht' Europas

Der bulgarische Philosoph und Historiker Tzvetan Todorov, der seit 1963 in Frankreich lebt, meint, man müsse das politische Europa vorantreiben, indem man den Wählern einen 'Grundsatz-Vertrag' anbietet. Eine vereinfachte Variante der Verfassung, die sich auf die europäischen Werte konzentriert. "Gebrannt von den schmerzhaften Erfahrungen der vergangenen Jahrhunderte (der Kolonialismus und seine Folgen, die Weltkriege, der Totalitarismus), streben die Europäer heute danach, eine 'ruhige Macht' zu werden, die sich - ohne auf ihre Verteidigung zu verzichten - in der Welt mit ihren Werten statt mit ihren Armeen durchsetzt. Die Völker Europas träumen nicht von einer strahlenden Zukunft, aber sie können sich auch nicht damit begnügen, ihre Angelegenheiten wie bisher zu verwalten'. Um neuen Elan zu bekommen, brauchen sie ein Projekt, einen 'großen Entwurf'. Dieses Projekt könnte im Verkörpern und Verteidigen europäischer Werte bestehen."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 8. Juni 2006

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