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Les Echos - Frankreich | Montag, 11. Mai 2009

Dominique Moïsi über die transatlantische Kluft

In der Tageszeitung Les Echos analysiert Dominique Moïsi, Sonderberater am französischen Institut für internationale Beziehungen (Ifri) und Gastprofessor in Harvard, die politischen und kulturellen Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und Europa: "Seit der Machtübernahme von [US-Präsident] Barack Obama und trotz anhaltender Missverständnisse gibt es auf der diplomatischen und politischen Ebene eine unbestreitbare Annäherung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Aber: Was Emotionen und Werte betrifft, ist die Kluft zwischen beiden Seiten des Atlantik immer noch genauso groß. Man kann sich sogar fragen, ob sie nicht größer geworden ist. Folglich gibt es heute in Amerika viel mehr gemeinsame Hoffnung und individuelle Ängste. In Europa ist es umgekehrt: Es gibt weniger gemeinsame Hoffnung und weniger individuelle Ängste. Es wäre einfach, aber nicht unbedingt falsch, den Unterschied an Obama in den Vereinigten Staaten und am Wohlfahrtsstaat ... in Europa festzumachen. Die Vereinigten Staaten werden durch einen Präsidenten gestärkt, der die Rückkehr zur Hoffnung verkörpert, der gleichzeitig inspiriert und beruhigt. Die Amerikaner glauben, dass der Tiefpunkt der Krise erreicht worden ist und sie das Schlimmste hinter sich haben."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 11. Mai 2009

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