taz - Deutschland | Mittwoch, 14. Juni 2006
Barbarische Jagd in Norwegen
Die Norweger fühlen sich international wegen ihrer Robbenjagd an den Pranger gestellt. Für Skandinavien-Korrespondent Reinhard Wolff ist die Debatte "von einer merkwürdigen Doppelmoral geprägt". Denn die Barbaren seien natürlich immer die anderen, das gelte nicht nur für Norweger. "Auch in England gibt es einen Aufschrei, wenn man den Briten ihre Fuchsjagd nehmen will, und die Finnen finden die EU gar nicht mehr gut, seit Brüssel ihnen das Schießen von Wölfen verbietet. So schauen Elche jagende Schweden voller Verachtung auf Robben jagende Norweger und umgekehrt... Aber solange angeblich 'ewige und unverzichtbare Traditionen' nicht von den Gesellschaften selbst in Frage gestellt werden, prallt die Kritik von außen ab."
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