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Népszabadság - Ungarn | Mittwoch, 3. Juni 2009

Wir suchen Bücher, die uns abschalten lassen

In der linksliberalen Wochenzeitung Népszabadság reflektiert der Dichter und Essayist Ákos Szilágyi über die heutigen Lesegewohnheiten: "Es gibt zwei Arten von Büchern: jene, die gelesen werden müssen und jene, die sich lesen lassen. ... Wir suchen Bücher, die sich lesen lassen, also Bücher, die quasi nicht gelesen werden müssen. Sie verlangen uns keinerlei geistige - intellektuelle, seelische, imaginäre - Anstrengungen ab. ... Stattdessen schenken sie uns sorglose Minuten, sinnliche Erregungen und paradiesische Freuden. ... Spurlos huschen sie durch unser Bewusstsein. Sie beruhigen das Auge und schalten den Intellekt aus. ... Sie wirken wie ein erfrischender Traum: Im nächsten Augenblick wissen wir gar nicht mehr, was wir gelesen haben, und das ist an diesen Büchern am besten. Worum es geht, ist das Vergessen. Kein Wunder, sind wir doch alle sorgenbeladen und ausgelaugt. In unsere Köpfe passt nicht mehr hinein, als was tagtäglich hineingestopft wird."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 3. Juni 2009

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