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Rzeczpospolita - Polen | Donnerstag, 4. Juni 2009

Paweł Lisicki will das Ende des Kommunismus vor 20 Jahren feiern

Der 20. Jahrestag des Falls des Kommunismus in Polen müsse gefeiert werden, schreibt Paweł Lisicki in der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita: "Man könnte vieles über die Geschichte der vergangenen 20 Jahre erzählen. Mit Sicherheit war es die Zeit eines gewaltigen Zivilisationssprungs. Es reicht, zu sagen, dass das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen seit 1989 um ein Siebenfaches gestiegen ist. ... So ist es kaum vorstellbar, dass noch in der Mitte der 80er Jahre alles anders ausgesehen hat. Es gab keinerlei Hoffnung auf Besserung, auf richtige Reformen und auf Befreiung aus dem kommunistischen Korsett. ... Folglich wäre es eine Erfolgsstory. ... Aber über die vergangenen 20 Jahre kann man auch etwas ganz anderes sagen: War es nicht eine Zeit, in der die Werte verwässert wurden? Eine Zeit des Gedächtnisschwundes [keine Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur] und der Schwächung des staatsbürgerlichen Bewusstseins? ... Statt Nationalstolz hat man uns Scham und Misstrauen gegenüber einer starken nationalen Identität gelehrt. ... Aber heißt das, es gebe keinen Grund zum Feiern? Im Gegenteil. Selbst wenn das Schicksal der Polen am 4. Juni 1989 nicht alleine von den Polen abhing, kann man sagen, dass es heute so ist. Es lohnt sich demnach, dieses Tages zu gedenken, an dem die Polen es verstanden haben, sich zu mobilisieren und Verantwortung für ihre Freiheit zu übernehmen."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 4. Juni 2009

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