Corriere della Sera - Italien | Freitag, 19. Juni 2009
Danilo Taino über Ralf Dahrendorf als liberalen Europäer
Die liberalkonservative Tageszeitung Corriere della Sera hebt in ihrem Nachruf auf den diese Woche verstorbenen Soziologen Ralf Dahrendorf seine Rolle als Vermittler in Europa und seine Bedeutung für den Liberalismus, mit einer Schwäche für England, hervor: "Dahrendorf, gebürtiger Hamburger, ist ein Stück Kultur und politische Geschichte Europas, Bindeglied zwischen mehreren Disziplinen - Soziologe, Wirtschaftswissenschaftler, praktizierender Politiker - aber vor allem zwischen zwei verschiedenen Welten: der Beweis, dass das kontinentale Europa von der Nähe Großbritanniens Nutzen ziehen kann. Auf Grund seiner Offenheit und Originalität, seiner Universitäten und vielleicht auch auf Grund des einen oder anderen politischen Führers liebte er das Königreich jenseits des Ärmelkanals. ... Das Studium der Sozialdemokratie sollte ein wichtiger Punkt für Ralf Dahrendorf bleiben. Aber er trat ihr nie bei. Die politische Bühne, den Bundestag, betrat er 1969 als Liberaler in der FDP. ... Und auch Europa sollte eines seiner Hauptinteressen bleiben: ein überzeugter Europäer ohne Wenn und Aber, jedoch skeptisch gegenüber der Rhetorik und Bürokratisierung der europäischen Gemeinschaft."
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