Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 8. Juli 2009
Enttäuschende Sozialenzyklika
"Papst Benedikts Schreiben heißt 'Caritas in Veritate', Liebe in Wahrheit - und es ist eine Enttäuschung", meint die linksliberale Tageszeitung Süddeutsche Zeitung. "Es fehlt ihr die visionäre Kraft, die Paul VI. 1967 in seiner Sozialenzyklika 'Populorum progressio' entfaltete, die prophetische Intensität der Schreiben Johannes Pauls II. - und das in einer Zeit, in der beides so notwendig wäre wie lange nicht mehr. ... Seit Pius XII. die Nachkriegs-Moderne nicht mehr verstand, ist kein Pontifex mehr so weltfremd gewesen wie Benedikt XVI. Der Welt fremd sein, ihr nicht in jeder Mode hinterherzujapsen, das ist durchaus eine Haltung, die den christlichen Kirchen steht. ... Zunehmend aber werden die Grenzen dieses unpolitischen Papstes sichtbar, bei der Regensburger Rede wie beim Umgang mit den traditionalistischen Pius-Brüdern. Oder jetzt, wo ein Wort über die neuen Dinge dieser Welt notwendig gewesen wäre - und doch nur ein schwacher Aufguss des bereits Gesagten herausgekommen ist."
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