Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 16. Juli 2009
Verbot der Ungarischen Garde muss Roma-Gleichstellung folgen
Ein ungarisches Berufungsgericht hat in Budapest nach langer Vorlaufzeit die rechtsradikale "Ungarische Garde" verboten. Das sei notwendig gewesen, meint die konservative Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Das Auftreten, aber auch die lange Duldung der 'Garde' haben den Zusammenhalt des Staatsvolkes - also aller im Lande lebenden Staatsbürger - sowie den Konsens der ungarischen Nation, einschließlich der jenseits der Grenzen lebenden Minderheiten ungarischer Sprache, bedroht und das internationale Ansehen des Landes beschädigt. Ungarn hat gut zehn Millionen Einwohner. Doch nicht einmal neun Zehntel sind Magyaren im ethnischen Sinne. Neben einem Dutzend anderer Minderheiten - wie Deutsche, Juden und Bulgaren - sind mehr als sechs Prozent der Bürger Zigeuner [Roma]. ... Es geht um die Gleichstellung in Kindergärten, Schulen und an Universitäten, um Gleichbehandlung in der freien Wirtschaft wie im öffentlichen Dienst, um gleiche Bezahlung und gleiche Aufstiegschancen bei gleicher Leistung ohne Rücksicht auf die Hautfarbe."
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