Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 17. Juli 2009
Günther Nonnenmacher über die Verunsicherung der Politiker in Ost- und Mitteleuropa
Günther Nonnenmacher schreibt in der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Verunsicherung der Politiker in Ost- und Mitteleuropa gegenüber der neuen Außenpolitik von US-Präsident Barack Obama: "Es ist ein historisches Trauma der Völker und Staaten im mittleren und östlichen Europa, dass sie politisch in 'Zwischen-Europa' landen. Das hat oft bedeutet, dass große westeuropäische Staaten über ihre Köpfe hinweg die Verständigung mit der Sowjetunion und mit Russland suchten. In der Phase einer Moskauer Schwäche vor und nach dem Ende des Kommunismus hat vor allem Amerika das Freiheits- und Unabhängigkeitsstreben in dieser Region unterstützt. Doch nun fürchten ehemalige Staatsmänner, dass die Sicherheit ihrer Länder zu kurz kommen könnte, weil Obama neue außenpolitische Prioritäten setzt. Die westliche Passivität nach der russischen Intervention in Georgien erscheint ihnen als Menetekel. So verständlich manche Sorgen sind: Die Risikozonen der Weltpolitik haben sich nun einmal in den erweiterten Mittleren Osten verschoben, und auch die Ressourcen einer Weltmacht sind begrenzt. Wer alte Traumata pflegt, riskiert überdies, den Weg in die Zukunft zu verfehlen. Die beste Art, Amerika in Europa zu verankern, ist es, die EU als transatlantischen Partner zu stärken."
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