Dnevnik - Slowenien | Montag, 20. Juli 2009
Blair wäre kein guter EU-Präsident
Nach der europaweiten Ratifikation des Lissabon-Vertrags müsste die EU den Posten eines EU-Präsidenten schaffen. Die linke Tageszeitung Dnevnik meint allerdings, dass der ehemalige britische Premierminister Tony Blair dafür der falsche Kandidat sei: "Der Lissaboner Vertrag ist schwach genug, um in der Praxis inhaltlich unterschiedliche Lösungen hervorzubringen. Mit der Verfassung der USA war es ähnlich. Diese hatte eine parlamentarische Demokratie zum Ziel. Doch sie [die Verfassung] war nicht so stark, dass sie nicht von George Washington, später auch von Abraham Lincoln und Franklin Roosevelt durch deren einflussreiches Charisma in eine präsidial geprägte Verfassung umgewandelt werden konnte. Blair muss man zugestehen, dass er sich in den Mittelpunkt stellen oder erzwingen kann, dass sich alles um ihn dreht. Wäre er eine solche moralische Größe - so verlogen wie er ist - würde er der EU vor der geplanten neuen Erweiterung, die nötige Frische bringen. So aber kann er nur den Weg für egozentrische europäische Staatschefs pflastern, die an einem Napoleon-Komplex leiden, wie etwa seine größte Stütze Nicolas Sarkozy."
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