Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 23. Juli 2009
Joe Biden wählt vorsichtige Worte und Gesten
US-Vizepräsident Joe Biden besucht derzeit die Ukraine und Georgien. Die linksliberale Tageszeitung Süddeutsche Zeitung kommentiert den Besuch: "Für die russische Führung findet nun mit der Reise nach Kiew und Tiflis der Test statt: Setzen die USA ihre aggressive Rhetorik fort und bestärken die Nachbarn in ihrem Drang nach Demokratie und Bündniszugehörigkeit mit dem Westen? Oder fügen sie sich der russischen Vorstellung von Einflusssphären, zu denen nach Moskauer Lesart die Ukraine und Georgien samt der in die Blitzunabhängigkeit beförderten Regionen Abchasien und Südossetien gehören. Biden blieb nichts anders übrig, als den Georgiern, die seit der Niederlage in dem kurzen Krieg des vergangenen Sommers in kollektiver Depression verharren, und den Ukrainern, die sich als nächstes Opfer russischen Expansionsdranges sehen, zu signalisieren, dass ihre Interessen vom Weißen Haus weiterhin im Augen behalten würden. Dies hat er vernünftigerweise mit vorsichtigen Worten und Gesten getan. Denn es geht Obama darum, die Russen, die seit einiger Zeit wieder von sämtlichen Nachbarn in Europa gefürchtet werden, einzubinden ... ."
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