Navigation

 

Home / Medienindex / Artikel / Auswahl

Népszabadság - Ungarn | Montag, 27. Juli 2009

Ákos Szilágyi über Uniform und Rechtsstaat

Der Dichter und Essayist Ákos Szilágyi reflektiert in der linksliberalen Tageszeitung Népszabadság über das Phänomen paramilitärischer Organisationen. Sein Blick fällt vor allem auf die Ungarische Garde - der uniformierte Arm der rechtsradikalen Partei Jobbik: "Welche Ordnung suggerieren, fordern und versprechen die Soldatenuniformen paramilitärischer Organisationen? Die Ordnung der Freiheit oder eher die Ordnung des Kasernenhofes? Die Ordnung des autonomen Individuums oder jene der fanatischen Gewissensdiktatoren, die es beherrschen wollen? Die Ordnung des Rechts oder die Ordnung der Autorität? ... Paramilitärische Formationen entziehen sich der Kontrolle des Rechtsstaats und des Parlaments. Indem sie neben den staatlichen Ordnungskräften bestehen oder diesen zuwiderlaufen brechen sie das legale Gewaltmonopol des Staates. ... Die paramilitärischen Organisationen in Ungarn (allen voran die Ungarische Garde), verfolgen das Ziel, einen autoritären Polizeistaat zu errichten. Die Farbe der Soldatenuniformen und die Symbole sind zum Teil Erinnerungen an eine heldenhafte Vergangenheit (sprich: die Massenmorde und Deportationen der blutdurchtränkten ungarischen Geschichte des 20. Jahrhunderts), zum Teil projizieren sie eine militaristische Gesellschaftsordnung in die Zukunft. ... Die Katastrophengeschichte des 20. Jahrhunderts zeigt, dass in jenen Ländern, in denen die Ordnung des Rechtsstaats von der Ordnung einer 'uniformierten', 'nationalen' oder Rassenideologie erfolgreich untergraben wird, der Weg für Bürgerkriege und massenmörderische Diktaturen frei ist."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 27. Juli 2009

Weitere Inhalte