Gazeta Wyborcza - Polen | Donnerstag, 13. August 2009
Moskau behandelt Kiew wie jüngeren Bruder
Angesichts der neuen Spannungen zwischen Moskau und Kiew solidarisiert sich die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza mit der Ukraine: "Präsident Dmitrij Medwedjew ... klagt Kiew - und besonders Viktor Juschtschenko - in allen schwerwiegenden Angelegenheiten an: dass dieser die Stationierung der russischen Flotte auf der Krim erschwere und russische Unternehmen am [Fluss] Dnjepr diskriminiere. Auch beschuldigt er ihn der Geschichtsverfälschung, weil er den von Stalin verursachten 'Holodomor' [ukrainische Hungerkatastrophe 1932/33] als Völkermord bezeichnet hat. Außerdem habe dieser russische Diplomaten ausgewiesen usw. Als Antwort darauf, wartet nun Moskau erst einmal die Präsidentschaftswahlen [in der Ukraine] im Januar ab, bevor es einen neuen Diplomaten schickt. Medwedjew hat nicht vergessen, dass man zwei russische Diplomaten wegen Spionage aus der Ukraine geworfen hat. ... Moskau behandelt Kiew wie seinen jüngeren Bruder, ohne allerdings dessen Psyche zu kennen."
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