La Stampa - Italien | Donnerstag, 13. August 2009
Schwäche der laizistischen Kultur in Italien
Der Verwaltungsgerichtshof (TAR) Latium hat am vergangenen Dienstag der Beschwerde mehrerer laizistischer Organisationen nachgegeben und den katholischen Religionsunterricht in der Gesamtbewertung der Schulleistung für unerheblich erklärt. Die Bischofskonferenz kritisierte das Urteil scharf. Die liberale Tageszeitung La Stampa schreibt: "Die Italiener wissen nicht, wem sie die öffentliche Ethik, zu deren wesentlichen Bestandteilen die Erziehung und Schulbildung zählt, anvertrauen sollen. Die katholische Religion (in ihrem strengen kirchlichen Sinn) wird so in Italien zum großen Aushilfslehrer der öffentlichen Ethik, deren wichtige Komponente der katholische Religionsunterricht ist. Natürlich kann sich die Kirche in ihrer Aushilfsrolle nicht offen über die laizistische Natur des Staates stellen, die sie immer wieder bemüht ist hervorzuheben. Aber de facto umgeht sie diese Problematik, wenn sie den Anspruch erhebt, selbst zu definieren, was ein 'wahrer und gesunder Laizismus' in und außerhalb der Schule ist. Und dabei rechnet sie mit einer unsicheren und erpressbaren politischen Klasse."
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