Diena - Lettland | Mittwoch, 19. August 2009
Sowjetideologen machtlos gegen Woodstock
Die USA und Woodstock waren für Lettland vor vierzig Jahren fast unendlich weit weg. Trotzdem habe das Musikfestival seine Auswirkungen gehabt, meint die Tageszeitung Diena: "In einer sowjetischen Provinzstadt hatten es Hippies schwer: Sie galten als Leute, die sich von billigem Wein ernährten und per Anhalter fuhren. … Woodstock erreichte uns vor allem über die für teure Rubel gekauften Radioempfänger vom Typ VEF-201, und wir liebten diese Musik. Aber es zeigte sich, dass schon allein diese Vorliebe dazu ausreichte, kein echter Sowjetbürger werden zu können. Der Fleischwolf der Kommunisten mahlte unerbittlich alle durch, die gegen das Regime auftraten, und nur ein Jahr vor Woodstock hatten Panzer den Prager Frühling als so genannte Konterrevolution unterdrückt. Aber längerfristig hat sich gezeigt, dass auch die Sowjetideologen gegen ein paar Gitarrenakkorde von Jimmy Hendrix machtlos waren."
» zum ganzen Artikel (externer Link, lettisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Musik, » Alltagskultur, » Geschichte, » Lettland, » USA
Alle verfügbaren Texte von » Aivars Ozolins
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 19. August 2009