La Repubblica - Italien | Sonntag, 23. August 2009
Öffentlichkeit gleichgültig gegenüber Flüchtlingsdramen
Am vergangenen Dienstag sind vor der Küste Siziliens 73 eritreische Flüchtlinge ums Leben gekommen. In der Tageszeitung La Repubblica beschuldigt Eugenio Scalfari die Medien der Gleichgültigkeit gegenüber der Katastrophe: "Die Reaktion der nationalen Presse auf das Massaker der 73 Immigranten ... ist außergewöhnlich (ich finde kein anderes Adjektiv). Am ersten Tag war das Ereignis auf der ersten Seite: die Zahl der Opfer, die Gesichter der Überlebenden, die Zweifel von Innenminister Roberto Marfoni über ihre Glaubwürdigkeit, die Verantwortung der Marine von Malta sowie die ersten Kommentare inspiriert vom 'Was geht uns das an' im Stil von [Umberto] Bossi und [Roberto] Calderoli der [rechten] Lega Nord. Aber vom zweiten Tag an haben unsere Zeitungen weggeschaut. ... Das Zaudern, die Vorsicht, das Reden und das Schweigen der großen nationalen Zeitungen spiegeln die tiefe Gleichgültigkeit des öffentlichen Geistes wider, der sich damit begnügt, sich Tag für Tag durchzuschlagen - ohne Erinnerung an die Vergangenheit und ohne Perspektive für die Zukunft."
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