Diena - Lettland | Montag, 24. August 2009
Afghanistan am Scheideweg
Die Tageszeitung Diena äußert sich skeptisch über die Präsidentenwahl in Afghanistan am vergangenen Donnerstag: "Es besteht kein Anlass zu der Hoffnung, rasch eine Demokratie westlichen Musters in einem Land einführen zu können, das über so gut wie keine demokratischen Traditionen verfügt, dafür aber zwischen hunderten ethnischen Gruppen und Clans mit Dutzenden Sprachen gespalten ist, und in dem die Korruption grassiert und der Drogenhandel Milliardenumsätze generiert. ... Wahlen sind jedoch die einzige Möglichkeit, eine Regierung zu bilden, die von einer Mehrheit der Menschen unterstützt wird und als legitimiert gelten kann. Tatsächlich hatten die Stimmberechtigten die Wahl zwischen verschiedenen Kandidaten. Es geht darum, ob Afghanistan zu einem stabilen Staat werden kann oder wieder in eine Anarchie zurückfällt, in der Terroristen und Banditen das Sagen haben. Wie die Anschläge vom 11. September 2001 gezeigt haben, wäre ein solches Szenario aber nicht nur eine Bedrohung für Afghanistan selbst."
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