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Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 25. August 2009

Mutiger Journalist kontert russische Geschichtsinterpretation

Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita kommentiert die Neuinterpretation des russischen Journalisten Oleg Chlebnikow zur Rolle der Sowjetunion beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs: "Im heutigen Russland muss man schon viel Mut aufbringen, um zu schreiben, dass die Sowjetunion am 17. September 1939 [dem Tag des sowjetischen Einmarsches in Polen] in den Krieg eingetreten ist. So sagt es Oleg Chlebnikow in der Tageszeitung Nowaja Gaseta. Und er geht damit auf direkte Konfrontation gegen die offizielle staatliche Geschichtsdarstellung, die vom 22. Juni 1941 ausgeht - dem Tag, an dem Hitlers Truppen die Sowjetunion angriffen. Der Artikel in der Nowaja Gaseta weckt zugleich Verwunderung und Anerkennung. Der Trost ist jedoch klein angesichts der täglich wachsenden Propagandawelle des Kreml, die der Sowjetunion um jeden Preis die Verantwortung für die Geschehnisse in Europa vor 70 Jahren absprechen will. Die Moskauer Historiker malen heute ein Bild von Polen Anno Domini 1939 als Verbündeter von Nazi-Deutschland. Diese These ist so verlogen und tut weh. Sie ist sogar so unverschämt, dass es sich nicht lohnt, dagegen zu polemisieren."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 25. August 2009

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