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La Repubblica - Italien | Dienstag, 1. September 2009

Stefano Rodotà über den Einfluss der politischen Macht auf die Medien

Stefano Rodotà warnt in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica vor einer Einschränkung der Pressefreiheit durch die politische Macht: "Der Krieg, den die totalitären Länder gegen die Informationsfreiheit im Internet begonnen haben, stellt nur die letzte und spektakulärste Stufe eines Jahrhunderte alten Konflikts dar. ... Es ist eine lange Geschichte, die die Geburt der öffentlichen Meinung begleitet. ... Hier liegt die Wurzel eines Prozesses, der sowohl der Demokratie ihren Sinn verleiht als auch die Presse selbst progressiv zur Gewalt - zur vierten Gewalt - erhebt. ... Die Presse und das gesamte System der Kommunikation präsentierten sich als Ort der Freiheit und einer neuen Form der Repräsentanz der Gesellschaft. Aber diese Veränderung brachte auch eine Ausweitung der Konfliktzone mit sich. ... Es handelt sich um altbekannte Techniken. Von der Zensur zur wirtschaftlichen Konditionierung, ... über die sorgsame Auswahl gefälliger Journalisten, bis zur Androhung einer physischen Eliminierung. Aber es sind nicht nur die totalitären und autoritären Regime, die uns beunruhigen müssen. In den demokratischen Ländern lässt der alldurchdringende Charakter der verschiedenen Kommunikationsformen, die die öffentliche Meinung bilden, die Ansprüche einer politischen Macht wachsen, die eben das Kommunikationssystem als wesentliches Instrument ihres Machterhalts betrachtet."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 1. September 2009

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