Delo - Slowenien | Dienstag, 8. September 2009
Krieg im falschen Land
Nach Meinung der Tageszeitung Delo hat der umstrittene Nato-Angriff bei Kundus viele Widersprüche des Afghanistankrieges ans Licht gebracht: "Der Angriff hat deutlich gemacht, dass die ehrlichen Afghanen, die der Westen mit seinem militärischen Eingreifen eigentlich 'stabilisieren' und 'demokratisieren' sollte, nach acht Jahren auf den Schlachtfeldern immer noch sterben - und sogar mehr Menschen als bisher. Dieselbe internationale Gemeinschaft, die sich nach dem 11. September 2001 an die gewagte militärische Operation der politischen Umerziehung der Stammesgemeinschaften gewagt hat, hat keine richtige Antwort auf die Frage, was zu tun sei. Wenn man schnell acht Jahre zurückklickte, würde man vermutlich sagen, das alles sei überhaupt keine Überraschung. ... Es ging bei dem Angriff nämlich um eine grobe Abrechnung des militärischen Verteidigungsbündnisses mit einem souveränen Staat und nicht nur um eine Bestrafung von Terroristen. Überdies war das offensichtlich ein Angriff auf das falsche Land. Das ist heute (aufgrund der Ereignisse in Pakistan) jedem klar."
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