Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 15. September 2009
Deutschland nicht unschuldig an Krise
Der Bankrott der US-Investmentbank Lehman Brothers habe die Welt nicht in die Krise gestürzt. Das Problem seien liberalisierte Finanzmärkte und konsumschwache Länder wie Deutschland, meint die linksliberale Frankfurter Rundschau: "Die These, Deutschland sei solide aufgestellt gewesen und deshalb unschuldig in die Krise geraten, ist die dritte Lehman-Lüge. Das wird beim Blick auf die Realwirtschaft klar. In den vergangenen zehn Jahren wuchs die Weltwirtschaft vor allem, weil Amerika mehr konsumieren konnte, als es selbst produzierte - finanziert durch fast wertlose Papiere, die Länder kauften, die mehr produzierten, als konsumierten, allen voran China, Deutschland und Japan. Solange diese Länder nicht die globale Nachfragelücke durch stärkeren Konsum füllen, solange wird sich die Weltwirtschaft nicht nachhaltig erholen können. Permanente Exportüberschüsse, wie sie die deutsche Volkswirtschaft anstrebt, sind genauso für die Krise verantwortlich wie das Pendant, permanente Leistungsbilanzdefizite der angelsächsischen Länder."
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