Trouw - Niederlande | Freitag, 18. September 2009
Westen soll in Afghanistan ausharren
In den westlichen Ländern bröckelt die Unterstützung für den Nato-Einsatz in Afghanistan. In der Tageszeitung Trouw warnt der Experte für internationale Beziehungen Rob de Wijk aber vor einem zu schnellen Abzug: "Westliche Gesellschaften, allen voran die Politik, haben nicht genug Geduld für langfristige Verpflichtungen mit wenig Fortschritt. ... In Europa hat man den Schwerpunkt zu Unrecht auf die Hilfe für die Afghanen gelegt. Das reduziert den Einsatz in Afghanistan zu einer Art von Entwicklungshilfe, für die man keine Leben opfern will, wenn die Sicherheitslage schlecht bleibt und sich die Demokratisierung in einer Sackgasse befindet. Die Amerikaner fürchten, dass die Niederlande, Kanada und Deutschland aus dem Süden abziehen. Dann ist der Kampf faktisch verloren. Wenn die Extremisten einen Megasieg verbuchen, können sie Afghanistan wieder zu einem freien Ort für jihadistische Islam-Fundamentalisten ausbauen und werden in ihrem Kampf gegen den Westen stärker motiviert sein."
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