La Croix - Frankreich | Mittwoch, 23. September 2009
Räumung des "Dschungels von Calais" bringt nichts
Am gestrigen Dienstag hat die Polizei auf Anweisung des französischen Innenministers Eric Besson die unter dem Namen "Dschungel von Calais" bekannt gewordene wilde Flüchtlingssiedlung nahe der nordfranzösischen Hafenstadt Calais aufgelöst. In ihrem Leitartikel schreibt die katholisch geprägte Tageszeitung La Croix dazu: "Eines ist sicher: Die Intervention in Calais wird die Situation nicht verbessern, sondern das Problem nur verlagern. Das ist alles. Genau wie die Schließung von [dem Flüchtlingslager] Sangatte im Jahr 2002 die Ankunft von Ausländern nicht gestoppt hat. Diese werden von profitgierigen Menschenschmugglern [nach Frankreich] gebracht und haben nur einen Traum: dem Elend oder der Gewalt in ihren Ländern zu entfliehen. Die Behörden befürchten, [mit den Camps] ... mafiösen Netzwerken zu helfen, die den Menschenhandel organisieren, und den Exilkandidaten falsche Hoffnungen zu geben, wenn sie solche Siedlungen tolerieren, sie ausbauen und menschlichere Aufnahmebedingungen geben. ... Die Stimmen, die mehr Menschlichkeit fordern, ... leugnen nicht, dass die Migrationsfluten reguliert werden sollen. Sie rufen zu einer Suche nach dauerhaften Lösungen auf."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Migration, » Frankreich
Alle verfügbaren Texte von » Dominique Quinio
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 23. September 2009