Corriere del Ticino - Schweiz | Donnerstag, 24. September 2009
Pittsburgh ist nicht London
Der G20-Gipfel in Pittsburgh werde keine Veränderung der globalen Wirtschafts- und Finanzpolitik bringen, fürchtet die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino, zumal er in einem völlig anderen Klima stattfinde als das Treffen in London im April: "Damals hat der Notstand das 'Wunder' einer internationalen Gemeinschaft hervorgebracht, die sich in dem Bemühen vereinte, eine neue Große Depression zu vermeiden. … Weil der G20-Gipfel in Pittsburgh nicht mehr direkt unter dem Druck der Krise agiert, hat er nicht mehr die Aura der Konklave, die dazu berufen wurde, die Welt zu retten und läuft Gefahr, wie viele andere internationale Gipfel mit der Formulierung einer Reihe allgemeiner Prinzipien zu enden, die darauf ausgerichtet sind, die zwischen den Teilnehmern hervortretenden Divergenzen zu verbergen. Die Krise ist aber nicht überwunden. Im Gegenteil, in einer ihrer Metamorphosen ... betrifft sie heute vor allem den Arbeitsmarkt mit einem beeindruckenden Anwachsen der Arbeitslosigkeit. Auch der wirtschaftliche Aufschwung ist nicht solide: Er ist de facto das Resultat steuerlicher Anreize und expansiver Währungspolitiken, die in der Geschichte ihresgleichen suchen, und die vor allem nicht ewig währen können."
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