Sme - Slowakei | Dienstag, 6. Oktober 2009
Klaus geht es vor allem um sich selbst
Die Kritik von Tschechiens EU-skeptischem Präsidenten Václav Klaus am Vertrag von Lissabon sei durchaus berechtigt, meint die liberale Tageszeitung Sme. Klaus' Glaubwürdigkeit leide aber darunter, dass er dabei vor allem aus egoistischen Gründen handele: "Der Präsident stand immer schon gern im Zentrum der Aufmerksamkeit, stilisierte sich selbst zu einem couragierten Dissidenten hoch, der gegen den Strom schwimmt, zu einem prinzipientreuen Politiker, einem überzeugten Konservativen und Demokraten. Bei näherem Hinsehen aber bekommt dieses sorgfältig gepflegte Image tiefe Risse. Klaus' Politikstil war immer eher oligarchisch als demokratisch. Über Tschechien hat seiner Meinung nach eine kleine politische und ökonomische Elite zu entscheiden, die die Dinge unter sich ausmacht. ... Die Hürde für Klaus ist nicht die Machtzentralisierung in Brüssel, wie er behauptet, sondern, dass [mit dem Lissabon-Vertrag] den tschechischen Politikern und nicht zuletzt ihm selbst ein Stück Macht aus der Hand genommen wird."
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