Die Welt - Deutschland | Dienstag, 6. Oktober 2009
Papandreou kann Griechenland nicht verändern
Zum Wahlsieg der Sozialisten von George Papandreou in Griechenland schreibt die konservative Tageszeitung Die Welt: "Nur wenige Griechen glauben allerdings, dass sich das Land nun, da wieder die Papandreou-Sippe am Ruder ist, maßgeblich verändern wird. ... Denn inzwischen kann jede Gruppe, die ihre Interessen bedroht sieht, Reformen verhindern, wenn sie nur lautstark oder gar gewalttätig auf die Straße geht. Und so hat es [Kostas] Karamanlis weder geschafft, die Bürokratie zurechtzustutzen, noch den Arbeitsmarkt zu öffnen oder Gesundheits- und Rentensystem zu reformieren. Von den notleidenden Finanzen ganz zu schweigen. Ein Bodenkataster, das Brandstiftern das Leben erschweren würde, blieb er auch schuldig. Griechenland krankt an einer Koalition der Mutlosigkeit, die Politiker und Bürger eingegangen sind. Aber diese bequeme Lethargie kann sich das Land nicht mehr leisten. Papandreou müsste grundlegend ändern, wie seit Jahrzehnten Politik gemacht wird. Ob der Dynastie-Spross dafür der Richtige ist, darf bezweifelt werden."
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